Berg-, Nuss- und Gurtengipfel

Eine meiner Aufgaben als Milizpolitikerin ist es, immer wieder aktiv andere Perspektiven zu suchen und zu verstehen versuchen. Das ist manchmal anstrengend, aber immer eine bereichernde Erfahrung. Es ist oft bequemer, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Oder zu schweigen, wenn jemand sich die Realität gar einfach zurechtgelegt und sich in unerschütterlicher Sicherheit der eigenen Wahrhaftigkeit eingerichtet hat.

Diesen Beitrag habe ich für den BärnerBär geschrieben, wo ich meine Gedanken seit 2017 zuerst als Stadträtin dann als Nationalrätin regelmässig als Kolumne veröffentlichen darf. Hier findest du weitere Kolumnen.

Wer diese Kolumne regelmässig liest, hat mitbekommen, dass ich auch dieses Jahr zu Fuss unterwegs bin und beim Gipfel erwandern und Nussgipfel verdrücken Gespräche führe im ganzen Kanton. Alle dürfen sich anschliessen, und überall finden sich Gelegenheiten etwas über die Bernerinnen und Berner zu erfahren. Auch viel Widerspruch. Das schätze ich ungemein.

Denn wenn zwei sich widersprechen, und sich aber so lange gegenseitig zuhören und dem Widerspruch auf den Grund gehen, bis sie die Lösung gefunden haben: dann ist die Chance gross, dass man zusammen etwas Gutes und Tragfähiges geschaffen hat. Das ist die Grundaufgabe der Politik in einer Demokratie. Diesen Mut zur Lösung, und auch den Mut, diese gemeinsam getragene Lösung dann auch zu vertreten und zu verteidigen, den wünsche ich mir.

Diese Woche verbringe ich aber nicht beim Erkunden neuer Ecken und Perspektiven im Kanton, sondern auf dem Gipfel unseres städtischen Hausbergs, des Gurten. Das Gurtenfestival ist Volksfest und Kulturanlass, verbindend und herausfordernd. Das Gurtenfestival ist Heimat, Klassenzusammenkunft, Entrücken aus dem Alltag, gemeinsames Erleben von Emotionen. 1996 war ich zum ersten Mal auf dem Gurten, und seither habe ich kaum ein Jahr ausgelassen. Jedes Jahr kann man in Vertrautem schwelgen und Neues entdecken. Wir sehen uns beim Musikhören!