Gestern habe ich ein neues Rezept gekocht. Alle zwei Wochen bekomme ich einen Gemüsekorb vom Biohof Jolimont im wunderschönen Gantrischgebiet. Dazu gibt es eine Email mit Rezepten für die vielfältigen Gemüse, die richtig gluschtig machen auf Ausprobieren. Unter anderem baut Jolimont Eiweisserbsen an. Die Eiweisserbse gibt es seit Jahrtausenden, und sie wächst auch in höheren Lagen.
Diesen Beitrag habe ich für den BärnerBär geschrieben, wo ich meine Gedanken seit 2017 zuerst als Stadträtin dann als Nationalrätin regelmässig als Kolumne veröffentlichen darf. Hier findest du weitere Kolumnen.
Das Beitragsbild ist auf Basis des Textes mit KI generiert.

Ernährungsgewohnheiten verändern sich ständig. Lange gab es in der Schweiz regelmässig Hungersnot. Eine dieser Hungerkrisen in den 1770ern führte zur Verbreitung der Kartoffel, die sich spätestens mit der «Anbauschlacht» im Zweiten Weltkrieg in die Herzen und Rezepte in der Schweiz einbrannte. Schon in den 1880ern wurden die ersten Milchsubventionen eingeführt, und spätestens mit dem Milchgesetz in den 1950ern und der Subventionierung von industriell hergestelltem Fleisch veränderten sich die Rezepte auf den Schweizer Tischen hin zu mehr Fleisch und Milchprodukten.
Heute stellen wir fest, dass das Übergewicht von Fleisch und Milchprodukten nicht gesund ist, weder für uns, noch für Boden, Luft und Wasser. Es ist also Zeit, dass wir uns mutig an neue Rezepte wagen.
Wunderbarerweise macht es Spass, kreativ neue Rezepte zu entdecken. Klar ist es bequem und heimelig, gewohnte Rezepte zu kochen und zu essen. Aber die Erweiterung des Repertoires ist ja nicht per se etwas Schlechtes. In der Politik wie in der Küche kann das lustvolle Entwickeln von neuen Rezepten nicht nur Probleme lösen, sondern auch Freude auslösen.
Das Rezept mit den Eiweisserbsen hat am Wochenende wahre Begeisterungsstürme ausgelöst. Es geht so: ein Teigli von Alpenfalafelmehl aus Eiweisserbsen vom Jolimont machen, im Verhältnis 1:1 mit gehackten Sommerkräutern vermengen. Schwimmend backen, mit Naturejoghurt und Salat servieren. E Guete!
