Berggipfel und Nussgipfel

Wahlkampf hat oft ein bisschen was Anrüchiges. Etwas, worüber man nicht spricht, wie über Geld. Eigentlich schade, weil das Wahlrecht gehört zu den wichtigsten Grundrechten in einer Demokratie. Bei den Wahlen entscheiden alle Stimmberechtigten, wer in den nächsten vier Jahren für sie verhandeln soll. Nur etwa ein Drittel nimmt dieses Grundrecht wahr.

Diesen Beitrag habe ich für den BärnerBär geschrieben, wo ich meine Gedanken seit 2017 zuerst als Stadträtin dann als Nationalrätin regelmässig als Kolumne veröffentlichen darf. Hier findest du weitere Kolumnen.

Bei der Auswahl schauen manche vor allem auf Themen, vielleicht weil sie persönlich betroffen sind. Wer in einer Lebensphase ist, in der man übernächtigt eine Familie mit kleinen Kindern und den Beruf jongliert, wird an geeigneten Betreuungsmöglichkeiten interessiert sein. Wer verzweifelt Arbeitskräfte sucht, weil anstatt 80 Bewerbungen nur noch deren 12 eintrudeln… auch da lohnt sich die Priorisierung von Massnahmen zur Entschärfung des Arbeitskräftemangels, wie zum Beispiel Eltern von kleinen Kindern die Berufstätigkeit zu ermöglichen, wenn sie das möchten.

Manche schauen vor allem auf den Charakter von Kandidierenden. Es ist von aussen schwer zu sehen, wie gut jemand das Handwerk der parlamentarischen Arbeit beherrscht. Aber ob jemand seriös und sachbezogen arbeitet, respektvoll zuhört, interessiert an der Zusammenarbeit mit Andersdenkenden ist, das ist wohl auch eine Frage des Charakters.

Und um einen Eindruck des Charakters zu bekommen, kann man Kandidierende während dem Wahljahr kennenlernen. Wer meine Kolumne regelmässig liest, weiss, dass ich gerne zu Fuss unterwegs bin – mich kann man also beim Gipfel erwandern kennenlernen, oder, wem das mitwandern zu viel ist, auch beim Nussgipfel geniessen am Zielort. Das Sommerprogramm ist schon bald parat. Ich freue mich!