Ein aussergewöhnlicher Sonntag

Heute, als ich diesen Text schreibe, wurde nun entschieden, dass die UBS die Credit Suisse retten soll, und zwar, in dem sie ihre Konkurrentin kauft. Die Credit Suisse hat das Vertrauen von Kundschaft und internationalen Märkten verloren. Ein ganz schlechter Tag für die Schweiz. Wenigstens macht der Bundesrat mit diesem Schritt eine Stabilisierung für den Finanzplatz möglich. Nicht auszumalen, was ansonsten die Folgen wären.

Diesen Beitrag habe ich für den BärnerBär geschrieben, wo ich meine Gedanken seit 2017 zuerst als Stadträtin dann als Nationalrätin regelmässig als Kolumne veröffentlichen darf. Hier findest du weitere Kolumnen.

Eins verstehe ich aber wirklich nicht. Wann merken Entscheidungstragende endlich, dass der Wohlstand der Schweiz von einer Balance zwischen ökologischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Nachhaltigkeit abhängig ist? Diese Anforderungen gelten eben auch für die Geschäftskultur. In der Credit Suisse regierten Machtkämpfe, Skrupellosigkeit und Miss-Management. Der Schweizer Wirtschaftsstandort lebt aber von Vertrauen, Verlässlichkeit und Verantwortung. Wann sind wir bereit, die Chance zu packen und endlich ein nachhaltiges Verständnis zu entwickeln? Wir sollten den Mut aufbringen, und damit in die Zukunft investieren.

PS: es ist Sonntagnacht. Als Vizepräsidentin der Grünliberalen Schweiz habe ich bis jetzt mitgewirkt, mit Präsidium, Generalsekretariat, Kommission und Fachpersonen die Situation einzuordnen, eine Positionierung zu formulieren und für die Kommunikation aufzubereiten. Zwischendurch machte ich aber zwei Stunden Pause, an einem Konzert der Camerata Bern im Zentrum Paul Klee. Was für ein Privileg! Höchstes musikalisches Können und so viel Leidenschaft und Gefühl, dass einem der Atem stockt. Unbedingt empfehlenswert.